Schließzylinder wechseln: Anleitung und was Sie beachten sollten

Der Schließzylinder ist der Schließmechanismus, der Ihr Türschloss sicher macht. Desto sicherer der Profilzylinder Ihrer Tür ist, umso schwieriger kann Ihre Tür aufgebrochen werden. Was passiert aber, wenn Sie das Schloss austauschen müssen? Wir erklären, was geht und was nicht und worauf Sie achten sollten.

Kann man ein Türschloss selber wechseln?

Häufig muss nicht gleich das komplette Türschloss ausgewechselt werden. Meist genügt es schon, den Schließzylinder auszutauschen – aber beides können Sie selber wechseln. Der Unterschied?

Das Türschloss ist mit der Stulpe in der Tür verschraubt und mit Falle, Riegel und erforderlichen Funktionen ausgestattet. Wenn es nicht gerade ein Buntbart-Schloss ist, benötigt es noch einen Schließzylinder, um betätigt zu werden.

Der Schließzylinder, bzw. Profilzylinder, kommt mit 3 passenden Schlüsseln und wird in das Türschloss eingesetzt und verschraubt. Drehen Sie den Schlüssel im Schließzylinder bewegen Sie die Schließnase, die im Schloss wiederum Riegel und Falle in Bewegung setzt.

Hier erfahren Sie, wie Sie einen Schließzylinder wechseln. Fragen Sie sich dennoch: „Wie tausche ich ein Schloss aus?“, dann ist unser Beitrag „Wie wechselt man ein Türschloss?“ das richtige für Sie. Packen wir es an?

Wann sollte ich meinen Schließzylinder wechseln?

Es gibt viele Gründe, weshalb Sie einen Schließzylinder wechseln möchten. Neben dem persönlichen Sicherheitsbedürfnis sind folgende Gründe am meisten vertreten:

Zutritt verweigern

Gibt es Personen, die einen Schlüssel zu Ihrer Wohnung / Ihrem Haus haben und denen Sie den Zutritt nicht gestatten wollen? Oder haben Sie Ihren Schlüssel verloren und befürchten nun, dass sich jemand Unbefugtes Zutritt zu Ihrem Wohnraum verschafft? Dann wird es Zeit, den Schließzylinder zu wechseln, denn neuer Schließzylinder = neuer Schlüssel. Als Mieter sollten Sie dies unbedingt bei Ihrem Vermieter ansprechen.

Mieter vs. Vermieter: Schutz der Privatsphäre

Wenn Sie als Mieter Ihrem Vermieter den Zugang zu Ihrer Wohnung wegen alleinigem Nutzungsrecht verwehren wollen, sollten Sie ihn zum einen darüber informieren. Zum anderen müssen Sie auch den alten Schließzylinder samt Schlüsseln sicher bis zum Auszug aufbewahren und dann wieder zurückbauen.

Das Schoss klemmt

Spätestens, wenn das Schloss klemmt, obwohl Sie es regelmäßig pflegen, laufen Sie Gefahr, sich unbeabsichtigt selbst auszuschließen. Ist der Schließzylinder einmal blockiert, können Sie ihn mit Ihrem Schlüssel nicht mehr bedienen, egal, wie kräftig Sie drehen. Auch hier ist Vorsicht geboten, denn das Material eines Schlüssels kann mit der Zeit ermüden und der Schlüssel kann im Schloss abbrechen. Bevor das bei geschossener Tür passiert, wechseln Sie lieber rechtzeitig den Schließzylinder.
Wir gehen hier einmal von dem Fall aus, dass der „nur“ Schlüssel klemmt und Sie noch den Schließzylinder mit Schlüssel wechseln können. Ist der Schlüssel abgebrochen, oder haben Sie gar keine passenden Schlüssel zum Schloss mehr, haben wir weiter unten, nach dieser Anleitung, ein paar Tipps für Sie. Kleiner Hinweis: es wird nicht leichter. Daher lesen Sie jetzt unsere ausführliche Anleitung, wie Sie einen Profilzylinder rechtzeitig austauschen.

1. Schließzylinder messen: so geht es richtig

Was gilt es beim Schließzylinder Messen zu beachten? Um einen neuen, passenden Schließzylinder zu bestellen, müssen Sie die richtigen Längen ermitteln. Das heißt nicht nur die Gesamtlänge des Schlosses, sondern auch die Längen zur Außen- bzw. Innenseite der Tür INKLUSIVE Beschlag.

Wer sich hier zu unsicher ist, kann sich eine Messlehre zu Hilfe nehmen, oder gar den alten Schließzylinder zum Messen ausbauen. Ob mit einem Zentimetermaß, oder einem Geodreieck - gemessen wird immer mit dem Nullpunkt von der Mitte der Befestigungs- bzw. Stulpschraube – im ausgebauten Zustand eben von der Mitte des Gewindes.

Länge zur Außenseite: Länge I bzw. Länge A

Legen Sie das Geodreieck mit dem Nullpunkt auf die Mitte der Befestigungsschraube an. Nehmen Sie sich nun einen geraden Stift oder ein Lineal und legen dieses auf das Türschild bzw. auf die Rosette der Türaußenseite auf, sodass es sich im rechten Winkel mit dem Geodreieck trifft. Die Zahl, die Sie nun auf dem Geodreieck ablesen, ist Ihre Länge I, bzw. Länge A in Millimetern.

Wenn Sie einen Schließzylinder Ihrer Wahl bestellen, werden Sie sehen, dass die Längen genormt sind und Sie vielleicht nicht exakt die Länge finden, die Sie brauchen. Kein Grund zur Sorge. Wenn Sie keinen Türbeschlag mit Kernziehschutz haben, darf der Zylinder maximal 3 mm über dem Türschild oder der Rosette überstehen – je kleiner dieser Überstand, desto weniger Angriffsfläche für Einbrecher und desto sicherer das Schloss. Sie können also auf die nächstgrößere Länge I zurückgreifen.

Haben Sie jedoch Türbeschlag mit Kernziehschutz an der Außenseite sollte Ihr Zylinder nicht überstehen. Das wiederum bedeutet, dass der Kernziehschutz nicht nur nicht mitgemessen werden darf, sondern Sie theoretisch in den Türbeschlag hineinmessen müssten. Wenn Sie Ihren alten Schließzylinder zum Messen nicht ausbauen wollen, was wir bei Beschlägen mit Kernziehschutz empfehlen, ist das praktisch schwierig. Daher ist es bei einem Türbeschlag mit Kernziehschutz sinnvoll, die nächstkleinere Länge I auszuwählen.

Länge zur Innenseite: Länge II bzw. Länge B

So, wie Sie die Länge zur Außenseite gemessen haben, messen Sie nun auch die Länge II zur Innenseite. Sie legen das Geodreieck oder Metermaß mit dem Nullpunkt auf die Mitte der Stulpschraube an und einen geraden Stift auf das Türschild und lesen ab. Solange Sie niemanden einschließen, der nicht ausbrechen darf, ist der Zylinderüberstand an der Türinnenseite nicht eingeschrenkt.

Warum ist es so wichtig den Schließzylinder richtig zu messen?

Umso mehr Ihr Schließzylinder nach außen übersteht, desto mehr Angriffsfläche hat ein Einbrecher. Der setzt nämlich darauf, dass Ihr Profilzylinder rund um das Gewinde der Stulpschraube nicht verstärkt ist. Steht Ihr Schließzylinder nun mehr als 3 mm über, kann er diesen mit einem Knackrohr oder auch einer Rohrzange greifen und so lange bearbeiten, bis das Material rund um das Gewinde für die Stulpschraube ermüdet und schließlich bricht.

Ein anderer Grund ist die Bestellung von gleichschließenden Zylindern. Diese fertigen wir nämlich speziell auf Ihre Bedürfnisse an und können sie nicht wieder verkaufen, wenn Sie sie umtauschen wollen. Daher sind gleichschließende Zylinder bei uns vom Widerruf ausgeschlossen, was für ein exaktes Messen des Schließzylinders im Vorfeld spricht.

2. Schließzylinder bestellen

Nun haben Sie den Schließzylinder mit Länge I und Länge II richtig vermessen und es geht daran, den Ersatz zu bestellen. Der neue Profilzylinder muss dabei nicht dem Modell des Vorgängers entsprechen – hier sind Sie innerhalb der passenden Maße völlig frei. Wenn Sie schon wissen, welchen Zylinder Sie bestellen wollen, gehen Sie einfach zu Schritt 3, dem Schließzylinder Ausbau, sobald er geliefert wurde. Andernfalls haben wir hier ein paar Informationen, die wir Ihnen an die Hand geben wollen.

Soll es ein Zylinder mit Not- und Gefahrenfunktion sein, oder vielleicht doch gleich ein Knaufzylinder? Welche Sicherheitsmerkmale sollte er haben und wie viele Schlüssel brauchen Sie? Diese sollten Sie bereits beim Kauf des neuen Schließzylinders mitbestellen. Das ist meist günstiger und weniger Aufwendig, als die Schlüssel im Nachhinein nachmachen zu lassen. Schreiben Sie uns hierzu einfach vorher über unser Kontaktformular an.

Schließzylinder mit erhöhten Sicherheitsmerkmalen

Sicherheit ist oft auch eine Frage des Preises – mehr Sicherheit kostet mehr – vor allem, wenn Sie sich ausgesperrt haben und der Schlüsseldienst anrücken muss. Denn der muss, auch mit passendem Werkzeug, entsprechend länger an Ihrem Schloss arbeiten, um es zu öffnen.

Geht es allein um das Schlagpicking, so sind Bohrmuldenzylinder sicherer, als Schließzylinder mit gewöhnlichen Zackenschlüssel. Das ist jedoch nicht die einzige Methode, wie Schlösser „geknackt“ werden können.

Wollen Sie vermeiden, dass Ihr neuer Schließzylinder aufgebohrt werden kann? Dann sollten Sie darauf achten, das im Schließzylinder gehärteter Stahl als Aufbohrschutz verarbeitet ist.

Außerdem sollten die Profilzylinderteile vor und hinter der Schließnase rund um das Gewinde für die Befestigungsschraube mit gehärtetem Material verbunden sein. Denn diese Stelle ist besonders dünn und kann durch die gekonnte Verwendung eines Knackrohrs gebrochen werden.

Befürchten Sie, dass jemand Ihre Schlüssel ohne Ihr Wissen nachmachen lassen könnte? Dann greifen Sie zu Schließzylindern mit Schlüsselkarte, wie z. B. der dieses WILKA 1463 (Carat S4) Modell. Ohne die entsprechende Schlüsselkarte, die Sie in Ihrer Obhut behalten sollten, darf kein Schlüssel zu Ihrem Profilzylinder kopiert und kein Nachschlüssel erstellt werden.

Schließzylinder mit Not- und Gefahrenfunktion

Standard-Schließzylinder sind so konzipiert, dass, wenn der Schlüssel von innen steckt, Sie das Schloss von außen nicht aufschließen können. Auf diese Weise haben sich schon viele ausgesperrt. Damit das nicht passiert und Sie dennoch in Ihre Wohnung bzw. Ihr Haus kommen, besonders wenn sich eine Person in Not darin befindet und der Schlüssel von innen noch steckt, empfehlen wir einen Panik-Schließzylinder.

Dieser Schließzylinder ist meist mit einer beidseitigen Not- und Gefahrenfunktion ausgestattet, dass, auch wenn der Schlüssel von innen steckt, das Schloss noch immer von außen aufgeschlossen werden kann und umgekehrt. Ein Profilzylinder mit Not- und Gefahrenfunktion macht bereits bei einem Haushalt mit zwei Personen Sinn. Es gibt auch Schließzylinder mit einseitiger Not- und Gefahrenfunktion, wie dieses BKS PZ88 Doppelzylinder. Beachten Sie beim Messen bitte, an welcher Seite bzw. bei welcher Länge Sie diese Funktion wünschen.

Schließzylinder mit Knauf

Besonders bequem ist es, wenn man für das Abschließen von innen gar keinen Schlüssel mehr braucht. Ähnlich wie bei einem Zylinder mit Not- und Gefahrenfunktion verhält es sich auch mit einem Knaufzylinder. Was den Knaufzylinder so bequem macht? Einfach von innen zwei Mal zudrehen, bzw. aufdrehen und schon haben Sie ab- bzw. aufgeschlossen. Doch vergewissern Sie sich beim Verlassen der Wohnung / des Hauses davon, dass Sie den Schlüssel auch wirklich dabeihaben.
ISEO® R6 Doppelzylinder mit N&G Funktion 8899
ISEO® R6 Doppelzylinder mit N&G Funktion 8899: (30/55) - gleichschließend , 6 Stiftzuhaltungen✓ EU-Profil Doppelzylinder mit Not- und Gefahrenfunktion > Modell: ISEO® R6 (8899) > (30/55) (außen/innen)✓ Chiffrierstifte aus Edelstahl und Bohrschutz im Zylinderkörper✓ mit Not- und Gefahrenfunktion✓ Material: Messing matt vernickelt✓ mit 3 Schlüsseln & Befestigungsschraube (M5 x 65 mm)✓ Ausführung: 6 StiftzuhaltungenWeitere Eigenschaften von ISEO® R6 Doppelzylinder mit N&G Funktion 8899: (30/55) - gleichschließend , 6 Stiftzuhaltungen:Bohrschutz im Zylinderkörper & Schließanlagen-fähigISEO® R6 Doppelzylinder mit N&G Funktion 8899: (30/55) - gleichschließend , 6 Stiftzuhaltungen: technische Details

27,10 € - 60,50 €*

WILKA 1463 Doppelzylinder, Not- & Gefahrenfunktion
WILKA 1463 Doppelzylinder mit Not- & Gefahrenfunktion: (30/90) - verschiedenschließend ✓ Profil Doppelzylinder > Modell: 1463 (Standardprofil) > (30/90) (außen/innen)✓ zertifiziert nach: DIN 18252, DIN EN 1303✓ mit Anbohrschutz: Gehäusestift aus gehärtetem Stahl✓ mit 3 Schlüsseln✓ mit Befestigungsschraube: M5 x 80 mm✓ 6 StiftzuhaltungenWeitere Eigenschaften von WILKA 1463 Doppelzylinder mit Not- & Gefahrenfunktion: (30/90) - verschiedenschließend :Auch wenn Ihr Schlüssel auf einer Seite verdreht im Zylinder steckt, kann die Tür mit passendem Schlüssel von der anderen Seite geöffnet werden.? Stiftkern: verschleißfestes Neusilber ? Federn: Edelstahl (rostfrei) ? Schließbart: Sinterstahl ? mit Spezialhantelstiften für besonderen Picking-Widerstand ? exakte Schüsseleinführung durch balligen ZylinderkernWILKA 1463 Doppelzylinder mit Not- & Gefahrenfunktion: (30/90) - verschiedenschließend : technische Details

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ISEO® F5 Knaufzylinder 8289: (45/40K) - verschiedenschließend ✓ EU-Profil Knaufzylinder > Modell: ISEO® F5 (8289) > (45/40) (außen/innen (Knauf))✓ zertifiziert nach: DIN 18252✓ Material: Messing matt vernickelt✓ mit 3 Schlüsseln✓ mit Befestigungsschraube: M5 x 65 mm✓ Ausführung: runder Knauf mit Griffmulde auf Länge I montiertISEO® F5 Knaufzylinder 8289: (45/40K) - verschiedenschließend : technische Details

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Gleichschließende Zylinder austauschen

Wenn der auszuwechselnde Schließzylinder bereits einer Reihe von gleichschließenden Zylindern angehört hat oder gar Teil einer Schließanlage ist, empfehlen wir Ihnen einen Schlüsseldienst aufzusuchen. Warum?

Schließzylinder und die passenden Schlüssel sind vom Hersteller mit kundenspezifischen Profilen codiert und Schließanlagen sind überdies noch spezifischer programmiert. So haben die meisten Händler, sogar viele Schlüsseldienste, ihr eigenes Kundenprofil bei den Herstellern. Soll hier ein gleichschließender Zylinder ausgetauscht werden, muss das entsprechende Kundenprofil beim Hersteller angefragt werden, was extrem kostspielig wird.

Ein Schlüsseldienst kann Sie hier jedoch vor Ort besser beraten und hat mehr Möglichkeiten, den Ihren gleichschließenden Zylinder oder einen Zylinder passend zu Ihrer Schließanlage nachzubestellen, als wir von Vesitector.

Für Vesitector heißt das, dass wir Ihnen nur die gleichschließenden Zylinder nachbauen können, die Sie zuvor auch von uns bezogen haben. Schließanlagen bieten wir derzeit leider noch gar nicht an. Wegen dieser Kundenprofile ist der Austausch eines gleichschließenden Profilzylinders häufig so kostspielig, dass es günstiger sein kann, alle Ihre Zylinder der gleichen Schließung durch ein neues Set gleichschließender Zylinder auszutauschen. Dabei können wir Ihnen gerne helfen.


Auch, wenn Sie erst jetzt mit dem Gedanken gespielt haben, mehrere Schließzylinder durch gleichschließende Profilzylinder auszutauschen, damit Sie nur noch einen Schlüssel brauchen, können wir Ihnen weiterhelfen. Wichtig ist dabei nur, dass die Schließzylinder, die Sie bestellen, aus derselben Reihe oder Serie stammen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, nutzen Sie einfach unser Kontaktformular und fragen zuvor einmal nach – wir beraten Sie gerne.

3. Alten Schließzylinder ausbauen

Im besten Fall sind Sie im Vesitector Shop fündig geworden und haben den neuen Schließzylinder bereits zuhause. Damit Sie ihn einbauen können, muss der alte Profilzylinder erstmal raus.

Dazu schrauben Sie die Befestigungsschraube bzw. Stulpschraube an der Stulpe heraus. Das ist die lange Schraube, die kurz unter dem Riegel verschraubt ist. Nun stecken Sie den Schlüssel (von innen) ein und drehen ihn nach ca. 30 Grad nach rechts. So holen Sie die Schließnase ins Profil und können den Schließzylinder rausziehen.

Eventuell müssen Sie den Schlüssel etwas weiter oder weniger weit drehen, bis der Mitnehmer, bzw. die Schließnase vollständig im Profil steht – probieren Sie es aus und schon bald halten Sie den alten Schließzylinder in der Hand.

4. Neuen Schließzylinder einsetzen

Beim neuen Schließzylinder stecken Sie ebenfalls den Schlüssel an der Innenseite (Länge II) ein und drehen ihn, bis die Schließnase im Profil steht. So können Sie den Profilzylinder von innen in Ihr Türschloss stecken, bis er die optimale Position gefunden hat. Das ist dann der Fall, wenn sich der Schlüssel drehen lässt.

5. Schließfunktionalität überprüfen und fixieren

Der Schlüssel lässt sich drehen und auch Falle und Riegel werden durch das Drehen des Schlüssels im Schloss betätigt? Dann haben Sie alles richtiggemacht. Jetzt muss nur noch die Stulpschraube unter dem Riegel verschraubt werden und schon haben Sie Ihren neuen Profilzylinder fixiert. Schließzylinder wechseln, so einfach kann das sein.

Schlüssel im Schloss abgebrochen, und jetzt?

Wem ist noch nicht der Schlüssel im Schlüsselloch abgebrochen? Die meisten kennen das Problem und wissen nicht, was zu tun ist. Doch kein Grund zur Panik, noch muss der Schlüsseldienst nicht gerufen werden. Welche Möglichkeiten haben Sie?


  1. Schlüsselkopf fest aufdrücken und drehen

  2. Mit einer Spitzzange

  3. Mit einem Laubsägeblatt

1. Schlüsselkopf fest aufdrücken und drehen

Wenn es Ihnen gerade erst passiert ist, können Sie versuchen, die Bruchstelle des Schlüsselkopfs fest auf die des abgebrochenen Stücks zu pressen, um den Schlüssel im Zylinder noch zu drehen. Das gelingt meist schon und Sie können bei geöffneter Tür versuchen, das abgebrochene Stück auf dem Zylinder zu entfernen. Dazu einen zweiten, passenden Schlüssel von innen in das Schloss stecken und ggfls. leicht mit einem Gegenstand wie Hammer, oder Schere draufhauen. Dadurch kommt das abgebrochene Stück ein wenig nach vorn und Sie können es besser mit einer Zange oder ähnlichem greifen und herausziehen.


2. Mit einer Spitzzange

Klappt 1. nicht mehr, muss die Spitzzange her. Schaut ein Stück des Schlüssels noch aus dem Schlüsselloch, haben Sie Glück. Denn nun können Sie versuchen, es vorsichtig mit einer Spitzzange zu greifen und herauszuziehen. Drücken Sie es dabei jedoch versehentlich tiefer in das Schlüsselloch und können es nicht mehr greifen, nützt auch die Spitzzange nicht mehr viel und Trick 17 kommt zum Einsatz: das Laubsägeblatt.

3. Mit einem Laubsägeblatt

Können Sie den abgebrochenen Schlüssel noch nicht greifen, kann ein kleines, feines Laubsägeblatt helfen – doch Vorsicht, nicht zu klein und nicht zu fein. Es muss so klein sein, dass es unter dem Zackenschlüssel in den Profilzylinder mit der geraden Kante nach unten eingeführt werden kann, ohne ihn weiter nach hinten zu schieben. Die Zacken des Sägeblatts dienen als Widerhaken, daher sollten Sie Zacken nicht zu fein sein. Eine geeignete Größe ist häufig die Nr. 9 mit knapp 0,5 mm Breite und knapp 1,5 mm Höhe.

Halten Sie das Sägeblatt so, dass die Sägezähne zu Ihnen zeigen. Kneifen Sie das gerade Stück am anderen Ende des Sägeblatts mit einer Kneifzange ab, so, dass das Ende mit einem Sägezahn abschließt. Nun führen Sie es vorsichtig mit der geraden Kante nach unten unter dem Bartschlüssel in den Schließzylinder ein. Sobald Sie den kleinsten Wiederstand spüren, drücken Sie das Sägeblatt hoch und ziehen Sie es zu sich. So können die Sägezähne die Zacken des Schlüssels Stück für Stück mitnehmen. Wiederholen Sie den Vorgang so häufig, bis Sie ein Stück des Schlüssels mit der Spitzzange greifen und den Schlüssel herausziehen können. Bei einem abgebrochenen Bohrmuldenschlüssel kann diese Methode auch funktionieren, jedoch brauchen Sie hier ein starkes Nervenkostüm und eventuell noch feinere Sägeblätter. Wenn Sie sich dies nicht zutrauen, ist es keine Schande den Schlüsseldienst Ihres Vertrauens anzurufen.

Wer zahlt, wenn der Schlüssel abbricht?

Handelt es sich um Ihr Eigentum, stellt sich die Frage üblicherweise nicht. Wohnen Sie jedoch zur Miete, oder Ihrem Mieter ist der Schlüssel im Schloss abgebrochen, sieht das anders aus. Denn der Vermieter muss dafür sorgen, dass sich seine Wohnung, oder das Mietshaus in einem zum Gebrauch geeigneten Zustand befindet – Türschlösser und Schließzylinder inbegriffen. Mit der Zeit können Schlüssel unter Materialschwäche leiden und abbrechen. Ist dies der Fall und kann dem Mieter keine Mutwilligkeit oder unsachgemäßer Gebrauch nachgewiesen werden, muss der Vermieter die Kosten übernehmen.

Mit etwas Geschick können Sie, wie oben beschrieben, zwar den abgebrochenen Schlüssel aus dem Schlüsselloch bekommen, dennoch muss der Schlüssel ersetzt werden. Je nachdem, ob es sich um einen gleichschließenden Profilzylinder, oder gar eine Schließanlage handelt, kann das teuer werden. Wenn der Vermieter hierzu keine Unterlagen mehr hat, hilft der Schlüsseldienst Ihres Vertrauens sicherlich weiter.

Schlüssel verloren: Schließzylinder ausbauen bei geschlossener Tür

Sie haben sich ausgesperrt, den Schlüssel verloren und niemand hat einen Zweitschlüssel? Dann ist der schlimmste Fall eingetreten und wir empfehlen Ihnen, den Schlüsseldienst Ihres Vertrauens anzurufen. Es gibt zwar Methoden, wie Sie auch das mit entsprechendem Werkzeug und Geschick schaffen können, doch Ihre Tür wird dabei in Mitleidenschaft gezogen. Da kann der Anruf beim Schlüsseldienst nicht nur Geld, sondern auch Zeit und Nerven sparen. Sie möchten es dennoch versuchen?

Variante 1: mit der Rohrzange

Entfernen Sie den Türbeschlag. Befürchten Sie, dass Sie dabei Ihre Tür beschädigen, holen Sie einen Schlüsseldienst zu Hilfe, denn eine neue Tür kostet mehr, als ein neuer Schließzylinder. Haben Sie in der Vergangenheit jedoch das Thema Türsicherheit nicht so ernst genommen, ist mit etwas Glück im Unglück noch kein Schutzbeschlag montiert worden.

Das bedeutet, der Beschlag wäre nicht von innen fest verschraubt und könnte mit einem ein paar Schrauben so weit demontiert werden, dass nur noch der Zylinder aus der blanken Tür schaut. Dann müssten Sie genug Angriffsfläche für eine Rohrzange haben. Vorausgesetzt der Profilzylinder ist um die Gewindeschraube nicht verstärkt, können Sie den Zylinder mit der Rohrzange greifen und fest nach links und nach rechts biegen. Irgendwann wird das Material um die Stulpschraube herum schwach und bricht.

Variante 2: mit dem Stahlbohrer

Wer auf Nummer „Sicher“ gehen will oder keinen Stahlbohrer hat, ruft am besten den Schlüsseldienst. Wer jedoch immer schon einmal einen Profilzylinder aufbohren wollte, kann diese Gelegenheit nutzen. Hierzu brauchen Sie einen Stahlbohrer mit unterschiedlichen Größen (6er, 8er, ggfls. auch einen 10er), einen Schlitzschraubenzieher und einen Hammer. Wer seinen Beschlag nicht demolieren möchte, sollte sich für einen Gummihammer oder eine entsprechende Unterlage entscheiden. Man setzt den kleinsten Bohrer mittig unter dem Zylinderkern an und bohrt so tief hinein, wie der Schlüsselbart lang ist. Spüren Sie, wie die Stiftzuhaltungen durchbohren?

Vorsicht: Bohren Sie tiefer als Schlüsselbartlänge hinein, oder über die letzte Stiftzuhaltung hinaus, beschädigen Sie die Schließnase und können die Tür nicht öffnen.

Sie können schon jetzt versuchen, durch Schlagen mit dem Hammer die Stifte dazu zu bringen, nach unten herauszufallen. Andernfalls setzen Sie einfach nochmal mit einem größeren Stahlbohrer an – denken Sie an die Schließnase – und schlagen Sie erneut die Stifte herunter. Wiederholen Sie diesen Vorgang, bis alle Stifte entfernt sind und Sie den Zylinderkern mit dem feinen Schlitzschraubenzieher drehen können. Nun können Sie die Tür öffnen, die Schließnase ins Profil drehen und den Schließzylinder entnehmen, ehe Sie einen neuen Zylinder einbauen.

Was tun, wenn der Schlüssel von innen steckt?

Mal abgesehen davon, dass man den Schlüssel nicht dauerhaft stecken lassen sollte, weil dann die Federn im Schließzylinder dauerhaft auf Spannung stehen, stellt sich diese Frage nur dann, wenn man keinen Schließzylinder mit Not- und Gefahrenfunktion hat. Angenommen, eine Person in der Wohnung hat abgeschlossen und kann sich nach einer Zeit nicht mehr bewegen. Die Tür ist abgeschlossen und der Schlüssel steckt von innen. Bei einem Schließzylinder mit Not- und Gefahrenfunktion können Sie die Tür mit passendem Schlüssel von außen noch öffnen.

Bei einem Standard-Schließzylinder jedoch nicht, weil der steckende Schlüssel die Schließnase blockiert. Mit etwas Glück haben Sie einen Schließzylinder, bei denen Sie, wenn der Schlüssel an der Innenseite senkrecht in Ausgangsposition steht, den Schlüssel an der Innenseite mit dem Schlüssel von der Außenseite nach innen drücken und somit die Schließnase wieder befreien. Wenn Sie jedoch von innen die Tür aufschließen und den Schlüssel stecken lassen, befindet sich der Schlüssel leider nicht in Ausgangsposition. Also was tun?

Ist die Tür nur in die Falle gefallen und offen, können Sie den Trick mit der Karte probieren, oder Sie schneiden sich eine stabile Flasche zurecht. Diese führen Sie dann da 2 Finger breit über dem Türgriff in den Türspalt ein und rütteln währenddessen an der Tür. So gewinnen Sie immer mehr Raum und mit etwas Geschick und Glück können Sie so die Falle zurückschieben und kommen wieder rein. Andernfalls, oder auch bei einer von innen verschlossenen Tür, rufen Sie den Schlüsseldienst Ihres Vertrauens.

Fazit: Ein Anruf beim Schlüsseldienst ist zwar nicht immer nötig, doch im Zweifel immer ratsam.







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Übrigens, kennen Sie schon unseren Glossar?
Hier erklären wir einige Begriffe, die Fachfremden noch nicht so geläufig sind.